Dr. med. dent. J.-P. Küstermann | Dr. med. dent. Katrin von Kameke | Spitalerstrasse 32 | 20095 Hamburg | Fon 040 - 33 71 71
Zahnputztechnik
Übung macht den Meister und Sie werden sehen, es lohnt sich.
Setzen Sie den Bürstenkopf im Winkel von ca. 45 Grad zur Zahnachse halb auf den Zahn und Zahnfleischsaum an. Die Borstenenden reichen jetzt minimal unter die Zahnfleischgrenze. Drücken Sie die Bürste leicht an und führen Sie kleinste Kreisbewegung auf der Stelle aus. Damit lösen Sie lose und bereits verklebte Speisereste auf der Zahnoberfläche und Zahnfleisch. Nach 3-4 Kreisbewegungen ziehen Sie den Bürstenkopf unter Zahnkontakt durch eine ausrollende Bewegung aus dem Handgelenk zu Zahnoberkante weg. Mit dieser ausstreichenden Bewegung wird der zuvor gelöste Belag (Plaque) endgültig entfernt. Reinigen Sie so Abschnitt für Abschnitt.
 
Ein systematisches Vorgehen erleichtert Ihnen die Arbeit und Sie sind sicher, keine Bereiche zu vergessen.

Zugegeben, es hört sich kompliziert an, ist aber durchaus zu meistern. Am Anfang wird das Zähneputzen sicherlich etwas mühsam sein, auch Ihr Handgelenk werden Sie spüren. Aber herrlich saubere und glatte Zähne werden der Dank sein. Nehmen Sie die berühmten drei Minuten Zahnputzdauer anfangs nicht als Maßstab, es wird deutlich länger dauern. Putzen Sie alles systematisch durch und freuen Sie sich, wenn die neue Technik funktioniert. Kehren Sie nicht aus Frust zu alte, unzureichenden Putzgewohnheiten zurück. Nur Übung macht den Meister – und Sie werden sehen, es lohnt sich.

Bei Fragen, wenden Sie sich bitte an uns.
 
 
Allgemeines zur Handzahnbürste
 
Beachten Sie bitte die folgenden grundsätzlichen Regeln zum Kauf und zur Pflege einer Zahnbürste:
  • Verwenden Sie Kurzkopfzahnbürsten z.B. Elmex Nr. 29. Der Bürstenkopf sollte nicht länger als 2 bis 2,5 cm sein. Der kurze Kopf zwingt zu kleinen Bewegungen.
  • Das Borstenfeld sollte plan abgeschnitten und die einzelnen Borsten sollten abgerundet sein.
  • Verwenden Sie im Regelfall Borsten von mittlerer Stärke.
  • Abgewinkelte Borstengriffe oder Höhenanordnung und Felddichte unterschiedlich gebündelte und angeordnete Borsten sind für eine gründliche Zahnreinigung nicht entscheidend. In manchen Fällen (z.B. Schlecht erreichbare Weisheitszähne) sind sie jedoch eine günstigere Möglichkeit der Zahnreinigung.
  • Wechseln Sie Ihre Zahnbürste alle 6-8 Wochen oder früher, wenn sich die Borsten deutlich nach außen biegen.
  • Verwenden Sie keine Naturborsten! Die feinen Markkanälchen der Haare bieten ideale Schlupfmöglichkeiten für Bakterien. Diese können immer wiederkehrende Entzündungen im Mund verursachen. Außerdem spleißen die Borsten an den Schnittstellen aus und die Haare sind insgesamt zu weich, um eine ausreichende Reinigung zu erzielen.
  • Reinigen Sie Ihre Bürste nach Benutzung unter fließend Wasser und lassen Sie sie stehend, mit dem Bürstenkopf nach oben, in Ihrem Zahnputzbecher trocknen. Eine gründliche Trocknung ist wichtig, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden, in dem Bakterien und Pilze Nährboden finden, die dann Entzündungen im Mund verursachen können. Besonders bei schon vorhandenen Erkrankungen, z.B. Erkältungen, ist eine gründliche Bürstenreinigung ratsam. Tauchen Sie die Zahnbürste in diesen Fällen ruhig nach jeder Reinigung in ein desinfizierendes Mundspülmittel und lassen die Bürste, ohne nochmaliges Abspülen mit Wasser, aufrecht stehend trocknen. Durch diese leichte Desinfektion wird die Anzahl der Bakterien im Borstenfeld deutlich eingeschränkt und somit das Risiko der erneuten Eigeninfektion heruntergefahren.
  • Für Reisen oder kurzfristige Benutzung bieten sich Einmalzahnbürsten an.
 
 
Elektrische Zahnbürsten
 
Zahlreiche Varianten sind im Handel. Die zweckmäßigste Ausführung hat einen runden Borstenkopf und arbeitet in Betriebnahme mit dreidimensionalen und oszillierenden Bewegungen. Das heißt: Der Bürstenkopf macht automatisch abwechselnde Rotationsbewegungen von rechts nach links und gleichzeitige Vor- und Rückwärtsbewegungen. Durch diesen Bewegungsmodus erreichen auch manuell eingeschränkte oder zeitlich sehr eilige Personen noch ein gutes Putzergebnis. Die Borstenköpfe sind in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich. Verwenden Sie im Normalfall mittelharte Borsten und wechseln Sie die Borstenaufsätze mindestens alle 6-8 Wochen

Putztechnik: Setzen Sie die Bürste mit mäßigem Anpressdruck auf den Übergang Zahn/Zahnfleisch z.B. am letzten Zahn oben außen an. Führen Sie die Bürste unter Zahnkontakt über die gesamte Außenfläche zum letzten Zahn der anderen Seite, wechseln Sie hier auf die Innenseite und führen Sie die Bürste unter Zahnkontakt über die gesamte Innenfläche zurück zum Anfangspunkt. Schließen Sie die Kauflächen der Backenzähne auf beiden Seiten mit leichtem Druck säubern.

Bitte beachten Sie: Auch eine elektrische Zahnbürste reinigt die Zahnzwischenräume nicht ausreichend.
 
 
Zahnzwischenraumbürsten
 
Diese Spezialbürsten dienen der Reinigung der Zahnbereiche, die mit einer normalen Zahnbürste nicht erreichbar sind. Dies sind z.B. kieferorthopädische Schienen (Brackets), Schienungen aus parodontalen oder chirurgischen Gründen, festsitzender Zahnersatz, Implantate und die Zahnzwischenräume (Interdentalräume).

Versuchen Sie das Bürstchen möglichst waagerecht in die Zahnzwischenräume einzuführen. Schieben Sie es mit sanftem Druck so weit durch, wie Sie können. Bewegen Sie es vorsichtig mehrfach vor und zurück, wenden Sie sich dann dem nächsten Zwischenraum zu. Erschrecken Sie nicht, wenn kleinere Zahnfleischblutungen auftreten. Das ist ein Zeichen mangelnder Zwischenraumhygiene und wird sich in den nächste Tagen deutlich reduzieren und verschwinden.

Lassen Sie sie nach Gebrauch wie Ihre Zahnbürste trocknen. Das Eintauchen der Zahnzwischenraumbürsten in eine Munddesinfektionslösung während einer Infektion im Mundbereich oder Ähnlichem empfiehlt sich, um erneute Infektionen zu vermeiden. Wechseln Sie die Zahnzwischenraumbürsten aus, wenn sich die Borsten deutlich reduzieren oder der Trägerdraht instabil wird.
 
 
Zahnpasta
 
Verwenden Sie am besten immer eine andere Zahnpasta, z. B. eine fluoridhaltige Zahnpasta oder eine gegen Zahnfleischentzündungen oder gegen überempfindliche Zähne.